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Roman Bezjak

Taschkent

„Taschkent ist die Stadt mit den schönsten Plattenbauten der Welt“ sagte einst Martin Mosebach. Das verheerende Erdbeben von 1966 ermöglichte die Entstehung dieses Open-Air-Museums sowjetischer Baukunst. Stadtplaner konnten durch die entstandene Tabularasa ihre Vision einer neuen Stadt der sowjetisch-asiatischen Modernität verwirklichen. In nur vier Jahren bauten Planer und Baukolonnen aus der gesamten Sowjetunion die zerstörte Stadt wieder auf. Straßen wurden auf bis zu acht Spuren erweitert, Monumentale Gesellschaftsbauten und zahlreiche Wohnsiedlungen errichtet. Mit den Ausschmückungen an den Fassaden der Wohnblocks konnten sich Architekten und Baukünstler gestalterisch verwirklichen. Dabei verbanden sie auf virtuose Weise bautechnische Anforderungen mit lokaler Kunst. Traditionelle Mosaik-Ornamente in unterschiedlichsten orientalischen Mustern verzieren die fensterlosen Stirnfassaden. Die Langseiten der Wohnblocks sind durch markante Betonschmuckteile gegliedert, die als Sonnenschutz dienen. Das Projekt verfolgt zwei fotografische Konzepte. Einerseits Stadtansichten, die nach den strengen Regeln der Architekturfotografie, im Stil von Veduten fotografiert sind und den Betrachter das urbane Geschehen vermitteln. Andererseits: Detailaufnahmen von den Betonschmuckelementen und Mosaiken der Stirn- und Langfassaden, nur im Hochformat und in steiler Sicht nach oben aufgenommen, was zwangsläufig stürzende Linien und verkippte Horizonten provoziert. Diese Bilder sind in einem 20-teiligen Fries zusammengefasst. Das sowjetische Kulturerbe ist nach der Eigenstaatlichkeit Usbekistans in Verruf geraten. Zahlreiche Repräsentations- und Regierungsbauten wurden mit weißen Marmor- und Glasfassanden überformt. Allein die Großbausiedlungen sind noch im Originalzustand erhalten.